Was solltest du 2019 für eine perfekte Content Marketing Strategie beachten?

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Was solltest du 2019 für eine perfekte Content Marketing Strategie beachten?

Content Marketing ist keine neue Erfindung, sondern seit einigen Jahren bereits ein festes Standbein einer nachhaltigen SEO-Strategie. Texte mit 300 Wörter sind längst Oldschool. Mehr Inhalte sind gefragt. Aber auf was kommt es denn tatsächlich an? Reicht es wirklich einfach nur einen langen Text zu schreiben oder sollte ich meinen Fokus lieber auf zusätzliche Faktoren legen? Wir zeigen euch was wichtig geworden ist.

Um strategisch den richtigen Weg einzuschlagen haben wir hier einige nützliche Informationen, die euch im Jahr 2019 weiterbringen.

Für was brauche ich Content und was will ich damit erreichen?

Wir schreiben das Jahr 2019 und befinden uns in Deutschland. Das ist keine Wissenschaft, ABER: das Online Marketing und der Ausbau der Webseiten mit Content ist zum heutigen Zeitpunkt und vor allem im deutschsprachigen Raum so fortgeschritten, dass es für bestimmte Keywords und Themen teilweise fast gar nicht mehr möglich ist mit neuem Content in den sichtbaren Bereich vorzudringen. Um gefunden zu werden ist es somit notwendig einen Mehrwert zu bieten für die User. Wie Google schon fordert: Die Texte sollen für die User geschrieben werden, nicht für die Suchmaschinen. Wie wir alle wissen ist die Praxis dann auf jeden Fall anders, dennoch müssen wir mit Themen begeistern, die sich vom Standard abheben. Suchmaschinenoptimierung ist somit für jeden Blog, Online-Shop und für jede Webseite ein absolutes Muss.

Vorab: Es gibt keinen ultimativen Content und auch kein Geheimrezept. Gutes Content Marketing basiert auf Recherchen, Analysen und Marktbeobachtung von Keywords, Konkurrenz, Medien (Bilder, Infografiken und Videos) sowie News. Der Inhalt muss von der Zielgruppe (User) akzeptiert werden und ihnen gefallen. Wenn dieses Ziel erreicht wird, ist das in der Regel ein Zeichen für die Google-Bots, dass der Content themenrelevant und interessant ist und es verdient eine gute Position zu bekommen. Der perfekte Ranking-Faktor für Google wäre wohl die Nutzerzufriedenheit der User.

Für uns heisst das: Der User soll im “Best Case” unseren Inhalt finden und nicht wieder zurück in die SERPs gehen, um eine erneute Suche nach dem gleichen Keyword durchzuführen. Denn dies heisst, dass unser Content ihn nicht zufriedengestellt hat. Im nächsten Step gehe ich auf einige wichtige Punkte ein, die aus unserer Sicht eine sehr hohe Relevanz für Content Marketing haben:

Content Density

Die Content Density (auch Content Dept genannt, auf Deutsch: Keyworddichte) ist ein Verhältnis von Keywords zur Gesamtzahl der Wörter innerhalb des Contents (Externer Link: Beispiel und ausführliche Erklärung). Wichtiger Punkt: User sprechen teilweise über eine notwendige Keyword-Dichte, die notwendig ist und legen prozentual eine Wiederholungsmenge des Hauptkeywords im Text fest. Das ist aus unserer Sicht falsch. Es gibt keine Standardaussagen zur Keyworddichte, denn jedes Keyword ist mal mehr mal weniger umkämpft. Für stark umkämpfte Keywords ist die Wiederholung des Hauptkeywords bestimmt höher als in weniger stark umkämpften Segmenten und Keywords. Hier muss man ganz klar von Fall zu Fall unterscheiden. Zusätzlich sollte berücksichtigt werden, dass es sehr relevant ist wie gut die vom User gesuchte Information im eigenen Beitrag vermittelt wird und was für zusätzliche nützliche Informationen rund um dieses Thema dem User geboten werden, die er als interessant erachtet und somit die Verweildauer erhöht wird.

Konkurrenzbeobachtung

Gerade eben haben wir das Thema der Keyword-Wiederholungen erwähnt – aber bevor es zur Erstellung eines Textes kommt, sollte eine eingehende Konkurrenzanalyse einhergehen. Um unser Ziel “Platz 1” realistisch analysieren zu können, müssen wir wissen was die Konkurrenten, die aktuell in den Top Positionen stehen, besser machen und welche Daseinsberechtigung diese mit ihren Inhalten erwirken. Hier gilt es dann verschiedene KPIs zu recherchieren.

  • Textlänge (Vorsicht: die Textlänge ist kein ausschlaggebendes Ranking-Kriterium – sie signalisiert im Grunde nur die Ausführlichkeit und Länge, mit der das Thema erklärt werden kann – wenn ein Thema mit einem kurzen Text erklärt werden kann, bringt auch eine Aneinanderreihung von überflüssigem Content nichts, im Gegenteil: Dies schadet uns eher, da der Kunde von der Anreihung übermäßiger Information abgeschreckt werden könnte und sofort einen Rückzieher aus der Webseite macht)
  • Keyworddichte (oben bereits erklärt)
  • Universal Search Elemente (Anreicherung des Contents mit Medien wie Bilder, Videos, Grafiken, Infografiken und Snippets, um den Textelementen grafische Beispiele zu liefern – am Besten sind hier konkrete Grafiken, die dem User das Thema näher bringen, also keine Stockbilder mit geändertem Dateinamen)
  • Call-to-Action Buttons (wird der User nach Durchsicht des Contents zur Vollendung seiner Customer Journey zu einer Aktion aufgefordert? An welchen Stellen sind die CTA-Buttons platziert)
  • URL-Struktur (zu lange URLs sind ja bekanntlich eher ungünstig, Keyword-Domains bieten mittlerweile keinen gesonderten Mehrwert an -> bestätigt wurde dies von Google selbst im Jahr 2014

Was wir leider nicht in Erfahrung bringen können ist die Bounce-Rate und die Verweildauer der User auf den Seiten der Konkurrenten. Schade, aber das wäre dann wohl zu einfach. :). Zu unserer Webseite können wir diese Informationen jedoch in Erfahrung bringen. Näheres hierzu im Abschnitt für Google Analytics.

User Experience – Wie gehe ich mit diesem Begriff um und wie baue ich es in meinen Content ein?

Das Thema User Experience (auch Usability genannt, auf deutsch: Nutzer-Erlebnis/-Erfahrung) ist ein Newcomer-Thema im SEO, das mit der zunehmenden Präsenz von Content Marketing enorm an Wichtigkeit gewonnen hat. Was ist ein wichtiger Schritt bzw. was müssen wir durch unsere Content-Marketing Strategie erreichen? Eine erfolgreiche und zielgerichtete User Experience. Die User Experience ist als erfolgreich anzusehen, wenn das Erlebnis des Users bzw. die Interaktion eines Nutzers sein Ziel erfüllt und der User durch uns sein Wissensbedürfnis befriedigt hat oder seine gesuchte Aktion durchführen konnte.

Content für eine erfolgreiche User Experience erstellen

Wir wissen nun was User Experience ist – aber wie richten wir jetzt unseren Content auf diesen relevanten Faktor aus? Ganz einfach: Wir müssen recherchieren und in Erfahrung bringen was der User für Erwartungen hat. Hier zählen unter anderem:

  • Was für Fragen könnte der User zum Thema haben?
  • Was möchte er durch seine Recherche über kurz oder lang (kurzfristig oder langfristig) erreichen? (Beispiel: Generelle Informationen über das Produkt oder die Dienstleistung = kurzfristig -> Detaillierte Informationen über das Produkt oder Dienstleistung, Nutzung, Vor- und Nachteile, Entstehung, Entwicklung, Zukunftsaussichten, Nutzung, Handhabung, Kauf, Vorauswahl usw. – je nachdem welches dieser Punkte zum jeweiligen Thema passt)
  • An welcher Stelle der Customer Journey möchte ich den Kunden abfangen?
  • Möchte ich den User zu Beginn seiner Customer Journey auf mich aufmerksam machen? Oder möchte ich ihn kurz vor Kauf (Long-Tail) abfangen?
  • Wie führe ich ihn am Besten zum entscheidenden Schritt, mit dem er sein Ziel in seiner Customer Journey erreicht? (Beispiel: CTA-Button, Kaufmöglichkeit, Kontaktmöglichkeit, usw.)

Keyword-Recherche – Nach was suchen meine potenziellen User?

Es gibt verschiedene Keyword-Tools, die man für eine gute Keyword-Recherche verwenden kann. Wenn wir jetzt anfangen über alle Tools (Beispiele für kostenpflichtige Keyword Tools: Google Keyword Planner, Keywordtool.io) zu berichten, würde es das Format sprengen. Deshalb möchten wir uns auf 2 ganz einfache Keyword-Recherche Möglichkeiten fokussieren, die Google kostenlos bietet und für viele vielleicht auf dem ersten Blick nicht als Keyword-Tool wahrgenommen werden.

Google Suggest

Google Suggest ist ein sehr gutes kostenloses Keyword-Tool, dass schnelle Indikationen geben kann für eine umfangreiche Keyword-Recherche, weitgehend in den Long-Tail Bereich. Seit Einführung im Jahr 2009 bietet diese “Autocomplete”-Funktion eine Vervollständigung der eingehenden Suche mit zusätzlichen Vorschlägen für eine gezielte Suche mit zusätzlichen Begriffen (Long Tail). Natürlich gibt es keine Beweise dafür, welche Faktoren hier die Vorschläge beeinflussen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Keyword-Vorschläge angezeigt werden, die durch User tatsächlich genutzt werden. Google wertet die Relevanz der tatsächlich genutzten Keyword-Kombinationen aus und zeigt zum eigegebenen Keyword passende Kombinationen sortiert nach Suchvolumen. Je höher das Suchvolumen der eingegebenen Keyword Kombi ist, desto höher wird die Relevanz von Google gewertet und zur Suggest-Funktion hinzugefügt.

Google Suggest Content Marketing

Short Click Suchergebnisse

Viele werden sich jetzt fragen: Was heisst diese Überschrift? Es ist ganz einfach: Als Short Click bezeichnet man ein Userverhalten. Ein User clickt auf ein Suchergebnis (SERP), ist mit dem Suchergebnis nicht zufrieden und kehr mit dem “Zurück”-Button wieder auf die Suchergebnisseite von Google zurück. Jetzt kommt das Spannende: Google erkennt die unbefriedigte Suche (ausschlaggebend ist hier auch die Verweildauer) und zeigt im nächsten Step weitere Keywordvorschläge: Hier nochmal grafisch anhand von Beispielen dargestellt:

  1. Der User startet mit einer Suche und benutzt das Keyword “Fahrrad kaufen”
  2. Der User besucht die Webseite des Shops und ist mit dem Suchergebnis unzufrieden
  3. User klickt auf den Zurück-Button und geht zurück auf die Suchergebnisseite (Short Click)
  4. Auf der Suchergebnisseite öffnet sich nun eine zusätzliche Spalte mit dem Titel “Andere suchten auch nach”

Zusammenfassung

Für eine gelungene Content-Strategie haben wir nun zahlreiche nützliche Informationen zusammengetragen, durch die wir mit der Erstellung unseres Contents starten können. Hier nochmal aufgelistet welche wichtigen Punkte wir unbedingt berücksichtigen müssen:

  • Was möchte ich mit meinem Content erreichen?
  • Welche Keywords sind die wichtigsten und welche zusätzlichen Keywords sollte ich aufgrund von Suchvolumen mit berücksichtigen?
  • Welche Keyword-Kombinationen sind für meinen Content wichtig? Wonach suchen meine potenziellen User?
  • Wer steht auf Platz 1 bis 5 und wieso stehen diese auf diesen Plätzen? Welche Erkenntnisse kann ich aus den Suchergebnissen der Konkurrenz ziehen?
  • Wie kann in meinem Fall eine erfolgreiche User Experience aussehen?
  • Wie finde ich mit wenig Aufwand in kostenlosen Keyword-Tools (gerne auch kostenpflichtige, wenn dafür ein Budget vorhanden ist) passende Keywords?

Zu einem guten Content gehören noch zusätzliche Faktoren dazu, die nicht vergessen werden dürfen, aber auf der Webseite nicht bzw. nur teilweise sichtbar sind:

Meta-Title

Der Meta Title (Seitentitel) bleibt auch nach Jahren einer der wichtigsten Ranking-Kriterien im SEO. In diesen ca. 55 Zeichen langen Text sollten unbedingt themenrelevante Keywords integriert werden, die zum Content der jeweiligen Seite passen. Zusätzlich können Elemente eingebunden werden, die die Aufmerksamkeit der User wecken können (Emojis*). Bei stangnierender Position in dem Suchergebnissen kann mit einer Optimierung des Title-Tags schon eine Verbesserung erreicht werden.

Meta-Description

Die Description (zu deutsch: Beschreibung) ist das, was auf der Webseite nicht sichtbar ist, sondern in den Suchergebnissen zu den Suchanfragen angezeigt wird. Die Länge der Description hat in den letzten Monaten (Seit Ende 2017) eine regelrechte Achterbahnfahrt durchgemacht. Hieß es Ende 2017 noch, dass Google eine Meta-Description bis zu 320 Zeichen in den Suchergebnissen anzeigt, wurde einige Monate später wieder zu den Ursprüngen von ca. 160 Zeichen zurückgerudert. Zwischendurch haben wir die Erfahrung gemacht, dass bei 230 Zeichen Schluss war. Der Rest wurde mit den berühmten 3 Punkten “…” abgeschnitten.

Meta-Tags – folgendes müsst ihr beachten

Meta-Tags müssen zum Content passen

Bitte verwendet auch nur die Keywords in Title und Description, über die ihr auch im Content selbst berichtet. Das Einbinden von wichtigen Keywords in den Title und Description ohne eine Erwähnung im Content (früher tat man das mit dem Versuch mögliche Suchende User zusätzlich abzugreifen) kann irreführend für den User sein und somit die Bounce-Rate (Short Clicks) erhöhen. Das ist so ziemlich das schlechteste Ereignis, dass passieren kann. Denn somit wird Google vermittelt, dass der Inhalt uninteressant ist oder nicht zur eigentlichen Suche passt. Verlust von Positionen im Ranking kann die Folge sein.

Google entscheidet, ob meine Meta-Tags angezeigt werden

Leider ist die Vorgabe von Meta-Title und Description längst nicht mehr eine Anweisung an Google was angezeigt werden muss. Google entscheidet schon seit ca. 2-3 Jahren selbst was in den SERPs angezeigt wird. Wenn Google denkt, dass zur Suchanfrage des Users Abschnitte des Contents besser in der SERP passt als die eigene Description oder den Title, wird dies angezeigt. Erfahrungsgemäß gilt dies überwiegend für die Description. Der Title wird seltener in einer anderen Form angezeigt.

Emojis*

Vorsicht bei den Emojis! Anfang 2019 hat John Müller von Google im Google Webmaster Central Hangout ganz klar erläutert weswegen Teile vom Title und Description in den Suchergebnis nicht eingeblendet werden, sich jedoch nicht auf den Ausschluss von Emojis geäussert. Eines ist jedoch klar: nicht alle Emojis werden letztendlich in den SERPs angezeigt. Sistrix liefert hierzu einen ausführlichen Blog-Beitrag.

2019-08-04T13:43:00+00:0019. Juni, 2019|News, SEO|

Über den Author:

Daniele Mulas ist Mitgründer und Geschäftsführer von Damcon. Seine Schwerpunkte sind der Vertrieb und die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Vor Gründung der Damcon war er Vertriebsexperte der ersten Stunde bei CJ (ValueClick) und affilinet.