Google Rankingfaktoren 2017

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Setzt man sich mit dem Thema SEO auseinander, stolpert man früher oder später über die Google Rankingfaktoren. Wir möchten Ihnen hier verständlich und transparent einen Überblick über die einzelnen Faktoren geben und Ihnen erläutern, wie Sie Ihre Website entsprechend optimieren können.

Häufig findet man grade in älteren Beiträgen zu diesem Thema Informationen, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Unternehmen investieren deshalb zum Teil oft noch Zeit in SEO-Maßnahmen, die dann keinen Erfolg verzeichnen können. Sistrix hat zu dem Thema Google Ranking Faktoren eine aktuelle Video-Reihe erstellt, in der 16 der Top SEO’s in Deutschland die wichtigsten Google Ranking-Faktoren diskutieren. Das mehr als 3,5 Stunden vorhandene Videomaterial wurde unter anderem in diesem Artikel für euch ausgewertet.

Onpage – Keyword abhängige Faktoren

War es vor nicht all zu langer Zeit noch das wichtigste, das Fokus-Keyword in der H1-Überschrift, in der Meta-Description als auch in der URL unterzubringen, hat dies inzwischen im Bezug auf das Umfeld, in dem man unterwegs ist, an Bedeutung verloren. Schreibt man regelmäßige News, so sind diese Punkte nach wie vor unerlässlich. Doch inzwischen gehen die SERPs nicht mehr nur von dem Keyword aus, sondern der Suchintention, die dahinter steckt.

Man sollte sich also nicht mehr bloß fragen, auf welches Keyword man ranken möchte, sondern sich eher ganze Keyword Sets überlegen, beziehungsweise die Suchintentionen, die dahinter stecken. Deswegen verschiebt sich automatisch der Fokus auf den eigentlichen Inhalt, vor allem den Mehrwert des Inhaltes, den man dem User zur Verfügung stellt.

Bilder-SEO

Der alt-Tag hingegen hat mittlerweile eine noch wichtigere Rolle eingenommen. Denn Google, als auch andere Suchmaschinen, sind immer noch stark limitiert bei der Einordnung von Bildern. Gutes Bilder-SEO ist also nach wie vor möglich. Deswegen noch ein paar kleine Tipps:

Angefangen wird bei der Namensgebung der Bilddatei. Das Bild sollte möglichst immer so benannt werden, das es kurz beschreibt, was darauf zu sehen ist. Ist auf Bild1.jpg beispielsweise eine Nahaufnahme von einem gelben Tennisball zu sehen, so wäre der optimale Dateiname „gelber-tennisball.jpg“. Hierbei werden Leerzeichen immer durch Bindestriche ersetzt und nicht etwa durch Unterstriche (_), die Groß- und Kleinschreibung kann aber vernachlässigt werden. Im Bild-Title kann man den Dateinamen einfach in normaler Schreibweise verwenden, also wäre in diesem Beispiel der passende title „Gelber Tennisball“.

Google Rankingfaktoren 2017: Ein gelber Tennisball in Nahaufnahme, der Hintergrund verschwimmt leicht.

Das wichtigste Attribut ist dann noch der alt-Tag. Dieser erscheint beispielsweise, wenn das Bild nicht geladen werden konnte. Außerdem wird er von diversen Programmen für Sehbehinderte verwendet, um zu beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist. Google legt aus nutzerfreundlichen Aspekten hier deshalb einen erhöhten Fokus. Da der Algorithmus noch nicht in der Lage ist, Bilder genau auszulesen, kann man an dieser Stelle noch prima seine Keywords unterbringen. In unserem Beispiel wäre ein möglicher alt-Tag „Ein gelber Tennisball in Nahaufnahme, der Hintergrund verschwimmt leicht.“.

Semantische Optimierung

Die semantische Optimierung basiert grundsätzlich auf dem gesunden Menschenverstand. Jedoch gibt es auch hier noch ein paar Dinge, auf die man achten sollte.

Damit Google die eigene Description für das Anzeigesnippet übernimmt und keine eigene erstellt, ist in der Meta-Description das Fokus-Keyword ein Muss. Google wird sogar im Zweifelsfall eher eine Textpassage anstelle der Description auswählen, wenn in dieser das Keyword öfter vorkommt. Bei der Erstellung kann man sich dabei an seinen Mitbewerbern orientieren, sollte aber nie versuchen sie nachzuahmen. Denn Google verfolgt das Ziel, vorzugsweise in seinen ausgespielten Ergebnissen Abwechslung unterzubringen.

Außerdem benötigt jeder Artikel sein eigenes Schlüssel-Keyword/Schlüssel-Keyword Set, sodass die Beiträge nicht untereinander auf das gleiche Ranking konkurrieren. Weiterhin sollten sich aber die gewählten Keywords natürlich immer in einem themennahen Spektrum bewegen.

Der Trick ist also, so gut wie möglich den Kundenwunsch zum gesuchten Suchbegriff zu erfüllen. Dies sollte eigentlich immer der Anspruch an sich selbst sein, den bestmöglichen Content zu einem bestimmten Thema zu liefern. Hält man sich daran, gelingt es einem in den meisten Fällen ganz automatisch, die Optimierung im Bezug auf WDF-IDF und der ganzen Wissenschaft, die dahinter steckt, bereits einigermaßen gut hinzubekommen.

Onpage – Keyword unabhängige Faktoren

Hier steht die User-Experience an erster Stelle und dabei fließen gleich mehrere Google Rankingfaktoren mit ein.

Zum einen der Pagespeed, wie schnell laden die Seiten, die ein User aufruft. Die freshness, das bedeutet, wie regelmäßig werden Seiten aktualisiert, wie regelmäßig kommt neuer Content hinzu. Denn diese Punkte sind letztendlich auch entscheidend für den Crawler und wie regelmäßig er die Seite besucht, um neue Inhalte in den Index aufzunehmen.

Das Design der Webseite sollte modern sein und für den User ansprechend gestaltet werden. Betreibt man beispielsweise einen Webshop, benötigt dieser eine sehr gute Filterfunktion.

Kleine Hilfe: Hier bieten sich Tools an, wie das kostenlose Google Optimize, die A/B Tests ermöglichen und dabei das Userverhalten auswerten. Auch Usability- und Rapid-User-Tests, wo mehr oder weniger Leute sich live auf der eigenen Seite bewegen und ihre Eindrücke laut sprechend dokumentieren, sind sehr aufschlussreich und schon kostengünstig möglich.

Außerdem sollte man Cannonical auf die URLs setzen, die am Ende ranken sollen, damit nicht Mengen an parametrisierten URLs in den Index gelangen und sich am Ende womöglich noch gegenseitig kannibalisieren. Es zählt nicht mehr nur der Domainscore, sondern man muss mit jeder einzelnen URL versuchen, besser zu sein als das Umfeld. Und auch Strukturierte Daten sind ein wichtiges Merkmal bei der Onpage-Optimierung.

Einen guten Hinweis zur Gestaltung der URL-Struktur bietet die Bedürfnispyramide für Webdesign von Steven Bradley.

Backlinks bleiben weiterhin einer der wichtigsten Google Rankingfaktoren 2017. Sie sorgen für eine bessere Auffindbarkeit der eigenen Website und führen dazu, dass die unterschiedlichen Crawler der Suchmaschinen (so natürlich auch Googles Crawler), häufiger auf der eigenen Domain landen.

Ebenfalls bedeutsam ist die Qualität der Links, weniger die Quantität. Hat es vor einigen Jahren noch gereicht, möglichst viele Backlinks auf den unterschiedlichsten Plattformen aufzubauen, erkennt Google hier inzwischen viel eindeutiger die Relevanz zum eigenen Thema und wertet gleichzeitig stärker die Qualität der eigentlichen Link-Quelle.

Sofern man auf einer anderen Seite einen Backlink aufbaut, ist es meist ratsam, auf die Startseite zu verlinken. Denn häufig finden Änderungen an der eigenen Seitenstruktur statt. Permalinks ändern sich und der Backlink verweist ins leere. Das Resultat ist, die Linkkraft geht verloren. Die URL der Homepage wird aber, abgesehen davon man nimmt einen Domain-Wechsel vor, immer die gleiche bleiben und die Linkkraft bleibt dauerhaft erhalten.

Außerdem sollte man aufpassen, keine Backlinks von sogenannten Linknetzwerken zu erhalten. Hier ein kurzes Beispiel: Man setzt einen Backlink (evtl. auch bezahlt) auf einer Seite, die gut zum eigenen Content/Fokus-Thema passt. Erst nach längerer Zeit kehrt man zurück und stellt fest, dass der Seiteninhaber gemerkt hat, dass er damit Geld verdienen kann. Plötzlich gehen zahlreiche Links von eben dieser Seite aus, die gar nichts mehr mit dem eigentlichen Fokus-Thema zu tun haben. Google wertet damit sämtliche Backlinks von jener Seite ab oder sogar negativ

Interne Verlinkungen sind nach Meinung der meisten SEO-Experten einer der am meisten unterschätzten Google Ranking-Faktoren. Immer darauf achten, dass die eigene Webseite auch intern Unterseiten miteinander verlinkt.

Schreibt man beispielsweise einen Artikel zu einem bestimmten Thema und erwähnt dabei Begriffe und Beiträge, die auf einer anderen internen Seite umfangreich abgehandelt werden, lohnt es sich an dieser Stellt eine interne Verlinkung anzuwenden. Als bestes Beispiel steht allen voran Wikipedia, die Meister der internen Verlinkungen.

Natürlich sollte klar sein, dass man intern niemals mit nofollow verlinkt. Der Link-Text sollte dabei auch immer genau beschreiben, welches Thema den User dahinter erwartet. Nur so ist eine gezielte Steuerung möglich. Gerade bei einem Ratgeber kann man den Nutzer von Thema zu Thema weiter führen. So kann man den User nicht nur länger auf der eigenen Website halten, sondern auch all seine eventuellen Bedürfnisse erfüllen. Google wird gezeigt, dass man offensichtlich eine Autorität für einen bestimmten Themenkomplex ist, da der Nutzer sich in einem Themenumfeld bewegt, dass für ihn interessant ist und die Möglichkeit hat, einen passenden Beitrag dazu nach dem anderen zu lesen. Hier hilft es, sich mit Themen wie Siloing oder dann auch PRG Pattern zu beschäftigen.

Steuerung des Crawlers

Denn auch den Crawler kann man so gezielt steuern. Durch eine gute Ordnerstruktur bestimmt man, was der Crawler als 1., 2., 3. und so weiter sieht. Man kann ihn immer wieder zu einer bestimmten Seite zurückführen und so gezielt die Wichtigkeit für einzelne Seiten klar differenzieren. Man schafft sogenannte Linkhubs. Je größer und komplexer eine Website wird, desto schwieriger wird das ganze, aber: Der Aufwand lohnt sich. Denn Google belohnt die Mühe mit einem besseren Ranking.

Zur Auswertung lohnt es sich die Crawler Log-Files zu ermitteln. So lassen sich mit Hilfe von Tools Graphenanalysen durchführen, die zur wirklichen Erkennung des Main-Contents aus Sicht des Crawlers führen. Und wenn man daraufhin optimiert, hat dies nicht nur Impact auf das Ranking einer einzelnen Seite, sondern Domain-weit. Durch das Ausrechnen der Strukturen lässt sich außerdem der Page Rank ausrechnen und für die wichtigsten Seiten verbessern.

Zum Abschluss noch ein erster kleiner Selbstest für den ersten Optimierungsansatz:

Man schaut sich die Hauptnavigation an und deckt den Rest der Seite ab. Lässt sich dadurch bereits erahnen, um welches Geschäft es sich handelt, was die Produkte sind etc?

Oder steht da nur „Home“, „Kontakt“, „Referenz“ und „Über uns“.

Dazu empfiehlt sich die Lektüre Don’t make me think! von Steve Krug.

Content

Ohne relevanten Inhalt wird man nicht mehr gefunden. War es vor noch wenigen Jahren möglich, mit passender Keyword-Density und entsprechenden Mengen an Content problemlos zu ranken, steht heute vor allem der Nutzer im Mittelpunkt.

Mittlerweile sind die Nutzerinteraktionen ein wichtiger Indikator für ein gutes Ranking. Hier sind die CTR und die Verweildauer ausschlaggebend.

Gut zu wissen: Unter gutem Content versteht man keinesfalls nur den klassischen Text mit einem Standard von 800 Wörtern. Ab und an ist ein passendes Diagramm, Bild, Video oder eine Casestudy viel aussagekräftiger und bietet dem Nutzer einen viel höheren Mehrwert. Hauptsache das Ziel, was mit der Website verfolgt wird, wird dadurch unterstützt.

Desweiteren wäre es am praktischsten, wenn der Content von demjenigen erstellt wird, der in einem Unternehmen eben auch am meisten in der Materie steckt und über das größte Knowhow verfügt. Leider ist das in der Regel einfach nicht der Fall, weshalb am Ende nur ein zweit- oder drittklassiger Beitag herauskommt, nachdem die Informationen durch die Marketing- oder PR-Maschinerie gelaufen sind.

Content-Marketing gezielt umsetzen

Es gilt nicht nur Content-Produktion zu betreiben, sondern vor allem auch Content-Marketing. Und Content-Marketing bedeutet auch ein klares Ziel zu verfolgen, was man mit seinen Beiträgen erreichen möchte. Zu sagen, sein Ziel wäre es, zwei Beiträge pro Woche zu veröffentlichen, reicht einfach nicht aus. Vielmehr sollte man sich entscheiden, wird es am Ende ein Blog, schreibt man für ein regelmäßiges Magazin oder wird es am Ende eher ein Ratgeber? Ansonsten ist es unter Umständen sinnvoller, sich die Zeit gleich zu sparen und andere Aktionen in Betracht zu ziehen. Am Ende muss man von dem Gedanken wegkommen, das allein großartiger Content dafür sorgt, das Nutzerinteraktionen oder auch Links auf den Beitrag von alleine kommen. Man muss jede Möglichkeit nutzen, die einem zur Verfügung steht, um die Werbetrommel für den eigenen Content ins Rühren zu bringen.

Auch die Semantik spielt für Google eine immer größer werdende Rolle. Beispielsweise war es vor ein bis zwei Jahren möglich, in der englischsprachigen Suche von Google nach der Qualität des Contents zu filtern: überdurchschnittlich, durchschnittlich oder unterdurchschnittlich. Allein das zeigt, wie gut Google mit seinem Algorithmus und den Unmengen an Daten, die diesem zur Verfügung stehen, in der Lage ist, Qualitätsunterschiede in Texten festzustellen. Und der Algorithmus hat sich bis heute noch unendlich verbessert.

Ein weiterer nützlicher Tipp: Es gibt unterschiedliche Prozesse bei den Suchtypen – transaktional und informativ. Die meisten legen hier gern den Fokus auf transaktional, weil es besser konvertiert. Völlig vernachlässigt wird es jedoch, die Kunden bereits im Informativen Bereich einzusammeln. Man kann sich das prima am folgenden Beispiel verdeutlichen.

Beispiel: informative Suchanfragen

Sucht jemand nach „Tennisschläger“, wäre dies in den meisten Fällen ein transaktioneller Hintergrund – der Suchende möchte einen Tennisschläger kaufen. Wird aber stattdessen „schönste Tennisplätze Berlin“ gesucht und die Person landet dann auf der eigenen informativen Seite dazu, ist das genau die Zielgruppe. Mit diesen Informationen lässt sich extrem gut arbeiten. Hier steckt wahnsinnig viel Potenzial drin, das noch viel zu wenig genutzt wird.

Fazit: Wenn man qualitativ wertvollen Content erstellt hat, ist es ratsam, diesen auch immer nach außen zu tragen. Zur Verbreitung des Contens sollte man auf den unterschiedlichen Plattformen veröffentlichen oder sogar den Content direkt für seine Zielgruppe bewerben. Eine weitere Idee seinen Content bekannt zu machen, ist der oft noch unterschätzte Newsletter. Auch die eigenen Mitarbeiter sind eine gute erste Anlaufstelle, die Informationen in sozialen Netzwerken zu teilen.

Holistischer Content

Vor nicht all zu langer Zeit hatte man eine Datenbank für Keywords und erstellte dann für jedes einzelne Keyword eine eigene Seite. X Keywords = X Seiten. Das ist heute so nicht mehr möglich und auch nicht mehr sinnvoll.

Viel mehr lohnt es sich, ein Thema mit all seinen Facetten, sprich holistisch, in einem Beitrag auszuleuchten. Denn umso schwieriger es für Google’s Algorithmus ist, die Nutzerintention hinter einer Suchanfrage zu erkennen, desto eher favorisiert Google holistischen Content.

Nimmt man das Short-Head Keyword „Macbook“ als Suchbegriff, wird schnell deutlich, dass hier eine Zuordnung schwer fällt. Möchte derjenige wissen, was ein Macbook kostet, wie viel es wiegt, welches das neuste Modell ist oder vielleicht ganz etwas anderes? In solchen Fällen neigt Google dazu, holistischen Content auszuspielen. Das selbe gilt auch für Longtail Suchanfragen, da sie unter Umständen so selten gesucht werden, das Google noch nicht genügend Daten vorliegen, um eine eindeutige User-Intention zuzuordnen. Solche Anfragen werden gern an den holistischen Content verwiesen, weil dieser oftmals mehr abhandelt und die Chance besteht, dass auch die User-Intention erfüllt wird.

Hier bleibt der Nutzer unter Umständen auch länger auf der Seite, denn es werden mehrere mögliche Fragen in einem Beitrag beantwortet. Wie man auch hier wieder erkennt: Guter Content ist wichtiger als je zuvor.

Leider birgt dies aber auch Gefahren in sich: Man gerät leicht ins Schwafeln, verliert den Fokus oder weicht sogar vom eigentlichen Thema ab. Trotz aller Ausführlichkeit sollte man immer darauf achten, die Struktur und Lesbarkeit nicht zu vernachlässigen.

Faustregeln zur Textgestaltung

  • Die Wortstellung spielt keine Rolle mehr –>Beispiel: „Gewürzgulasch“ oder „Gulaschgewürz
  • Füllwörter können vernachlässigt werden –> Beispiel: „wandern Berlin“ oder „wandern in Berlin“ werden gleich gedeutet
  • synonyme Wörter –> Beispiel: „Schraubenzieher“ oder „Schraubendreher“ lassen sich problemlos in einem Text abhandeln
  • Für eine gute Struktur ist es empfehlenswert weg von vielen kleinen Seiten zu gehen, hin zu wenigen großen Seiten

Nutzersignale

Nutzersignale zählen an sich nicht zu den primären Google Ranking-Faktoren. Dennoch gibt es Signale, die Google durchaus auswertet und die dann entsprechenden Einfluss auf das bisherige Ranking nehmen.

Hier sind vor allem die Verweildauer (Time on Site) und die CTR (Click-Through-Rate) von Bedeutung. Dabei unterscheidet Google zwischen sogenannten Longclicks und Shortclicks. Mit Longclick wird eine lange Verweildauer auf der Seite gemeint, die impliziert, dass der Nutzer sehr wahrscheinlich gefunden hat, wonach er gesucht hat und nicht zurückkehrt und ein anderes Suchergebnis hinzuzieht. Der Shortclick bedeutet genau das Gegenteil: Der User kommt auf die Seite, findet nicht sofort wonach er sucht, kehrt zurück und klickt auf ein anderes Suchergebnis.

Hierbei nimmt Google die eigenen Messwerte und vergleicht diese mit der Konkurrenz. Je nach Abschneiden steigt oder fällt man dann im Ranking.

Für einen selbst sind diese Werte allerdings nicht so richtig aussagekräftig, versucht man sie mit Google Analytics auszuwerten. Eine hohe Bounce Rate kann zum einen bedeuten, dass der User nicht gefunden hat, wonach er gesucht hat, anderseits kann er aber auch einfach direkt gefunden haben, was er gesucht hat und ist deshalb wieder abgesprungen. Google hingegen verfolgt im Anschluss ob er noch weiter sucht, oder nicht.

Interessant ist, das Google selbst von sich sagt, dass sie die Nutzersignale nicht als Google Ranking Faktoren werten. Sie werden nur genutzt, um den Algorithmus zu testen. Und das heißt im Grunde nichts anderes als: Nutzersignale sind wichtig und fließen in euer Ranking mit ein!

Brand

Eine Brand zu haben ist der beste Bonus, den man bei Google haben kann. Was damals mit dem Vince-Update angefangen hat, ist inzwischen eine der bedeutendsten Entwicklungen überhaupt. Ob bekannt oder unbekannt, stets abhängig von der „Nische“, in der man sich bewegt, bedeutet eine Brand, die einem durch Google zuerkannt wird, ein nicht manipulierbares, positives Nutzersignal. Der Nutzer kennt die eigene Marke und sucht danach gezielt über die organische Suche.

Ein gutes aktuelles Beispiel dafür ist Medical-One. Der Marktführer für Schönheitsoperationen und Plastische Chirurgie hat das neue pose-Verfahren vor nicht allzu langer Zeit in sein Angebot mit aufgenommen. Allein dadurch, dass eine Menge Leute durch die Bekanntheit nach beispielsweise Brust-OP in Verbindung mit Medical One suchen, hat in kürzester Zeit dafür gesorgt, dass Medical One für den Suchbegriff „pose Verfahren“ ganz oben rankte.

Die Marke bzw. das Branding werden eines der wichtigsten Ziele in naher Zukunft. Sie ist, wie bereits erwähnt, nicht manipulierbar wie beispielsweise Links. Aus diesem Grund schätzt Google Markenbekanntheit inzwischen höher ein bei den Google Rankingfaktoren.

Das beste SEO-Mittel ist in diesem Fall die klassische Radio- oder Fernsehwerbung. Es geht aber auch anders:

Ein gutes aktuelles Beispiel für erfolgreiches Branding ist ein bekannter deutscher iPhone/iPad Taschen Hersteller. Sie vertreiben vor allem Lederhüllen und -Taschen auf Amazon (auch durch Amazon-SEO) und haben sich auf diesem Weg eine starke Brand aufgebaut. Nur dadurch landen sie bei Suchanfragen wie „iPad Hülle“ immer mit oben bei den Suchergebnissen.

Ein weiterer Vorteil: Bei vorhandenem bekannten Branding kann auch mit einer technisch schlechten Seite vorzüglich geranked werden.

Domain (Keyword abhängig)

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, das Keyword in der Domain zu verwenden. Es limitiert jedoch stark den Anwendungsbereich, sollte man sich später dazu entscheiden, seinen Produktkatalog auszubauen.

Für Friseur-Bonn.de ist es sinnvoll, denn ein Friseur wird immer die Dienstleistung Haare schneiden anbieten.

Für Fusbälle-Bonn.de ist es hingegen weniger zielführend. Denn wenn man sich zu einem späteren Zeitpunkt entscheidet, sein Portfolio Beispielsweise um Tennisbälle zu erweitern, kann die Domain beim User zur Verwirrung führen. Auch die Domain hotel-köln.de kann zu Schwierigkeiten führen, falls man später bundesweit Hotels eröffnet, oder die Hotelkette sogar internationalisiert.

Ein sehr anschauliches Beispiel ist notebooksbilliger. Sie hatten eine starke Brand im Bereich Notebooks. Mittlerweile vertreiben sie aber nun wesentlich mehr Produkte, als bloß Notebooks und die Domain passt kaum noch.

Dementsprechend ist auch dieser Faktor in der Bewertung der Google Rankingfaktoren gesunken.

Domain (Keyword unabhängig)

Besteht eine Domain schon längere Zeit, das heißt mehrere Jahre,  und wird durchgängig betrieben beziehungsweise aktualisiert, so baut sich Seitens Google der sogenannte Domain-Trust auf. Durch diesen wird es wesentlich einfacher, mit einzelnen URLs zu ranken, als für eine völlig neue/unbekannte Domain.

Zieht solch eine Domain von A nach B um, so dauert es in der Regel mehrere Monate, bis der vorher erarbeitete Domain-Trust mit umzieht.

Ein Beispiel dafür wäre der Guardian, der bei seinem Umzug ca 50% der Sichtbarkeit in den SERPs einbüßen musste. Erst Monate später normalisierte sich alles und man war in den Suchergebnissen wieder an den gewohnten Positionen, wie folgendes Diagramm zeigt:

Google Rankingfaktoren 2017: Der Sichtbarkeitsindex von theguardian nach einem Domainumzug in Form eines Diagramms.

Quelle: Sistrix

Den Engpass der eigenen Seite finden

Stellt man sich die eigene Website als eine Art Röhrensystem vor, so befindet sich der Engpass an der Stelle, wo das wenigste Wasser durchfließt, sprich beim dünnsten Rohr. Wie man diese Stelle ausfindig macht und durch gezieltes drehen an einer Schraube, den größtmöglichen Effekt erzielt, ist jedoch gar nicht so einfach. Meist gibt es auch mehrere Engpässe auf einmal.

Bevor es also mit SEO gezielt losgehen kann, sollte immer zuerst eine IST-Analyse sowie eine Wettbewerbs-Analyse erfolgen.

  • Wie viele Seiten hat man selbst im Index?
  • Welche davon machen eigentlich Sinn, welche weniger?
  • Für welche Keywords ranke ich schon, für welche Keywords rankt überhaupt die Konkurrenz und wie haben sie es erreicht?

Erst wenn solch grundlegende Fragen fertig beantwortet sind, macht es Sinn, seinen Fokus in SEO festzulegen. Stück für Stück, nicht alles auf einmal.

Hierbei lohnt es sich natürlich an den Punkten anzusetzen, wo man sich den meisten Effekt verspricht.

Engpass am Praxisbeispiel

Um das ganze an einem Beispiel zu veranschaulichen, versuchen wir Google mit einem Laden für Tennis-Artikel gleichzusetzen. In diesem Laden befindet sich ein Regal mit Tennisschlägern in den unteren Reihen. Darüber Tennistaschen, dann kommen Tennissaiten und ganz oben die Balldosen. Deckunsbeitrag und relativer Deckungsbeitrag pro Regalreihe sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich und zeigen auf, wo es sich am meisten lohnt, zu optimieren:

Google Rankingfaktoren 2017: Tabelle vom Sortiment des Tennisshops und den Kosten. Hier gehen eindeutige Optimierungsmöglichkeiten draus hervor.

Bringen die Balldosen zwar einen vergleichbar hohen Anteil an Deckungsbeitrag ein, fällt ihr relativer Deckungsbeitrag im Vergleich zu den Tennisschlägern deutlich geringer aus. Deswegen lohnt es sich, das Sortiment der Tennisschläger zu verstärken und dafür weniger Balldosen bereitzustellen.

Genauso verhält es sich auch mit Ihrer Homepage. Nachdem Sie all Ihre Daten analysiert und mit der Konkurrenz abgeglichen haben, können Sie bestimmen, ob es am sinnvollsten ist, neuen Content zu erstellen (2 nicht voll ausgelastete Redakteure im Unternehmen) oder etwas Technisches an der Homepage zu veranlassen. (ähnlicher Effekt mit mehr Kosten). Gearbeitet wird an den Google Rankingfaktoren, die zum besten Preis den größten Effekt versprechen.

SEO-Mythen

Und zum Schluss wird noch mit so manchen SEO-Mythen aufgeräumt.

Die H0-Überschrift ist ganz klar ein Mythos – es gibt sie schlichtweg nicht. Die H1 ist und bleibt die wichtigste Überschrift in einem Dokument und keine Seite sollte sie mehr als einmal beinhalten.

Auch Überall wo eine absolute Zahl für SEO angegeben wird, kann man von einem Mythos ausgehen. (beispielsweise mindestens 3000 Wörter, mindestens 150 Links etc.). Es kommt schlichweg immer auf das Gesamtbild an, sprich in welcher Nische befindet man sich, was ist das Produkt oder Thema, wie groß ist die Konkurrenz etc.

Gleiches gilt auch für SEO-Agenturen. Leiten Sie ein Unternehmen und konsultieren eine entsprechende Agentur, die Ihnen verspricht in wenigen Monaten auf Platz 1 der SERPs zu sein, so sollten Sie sich stets fragen, ob dies eine realistische Zielsetzung sein kann. Denn SEO braucht in den meisten Fällen seine Zeit. Hat Ihre Konkurrenz bereits 1000 Links und Sie erst 100, so werden Sie diese nicht innerhalb weniger Wochen aufholen können.

Ebenfalls sind diese Behauptungen falsch, die man auch häufig hört:

  • Wenn ich bei Google Anzeigen buche (Google AdWords), ranke ich auch organisch besser.
  • Wenn ich Adwords nutze, ranke ich organisch schlechter, weil Google mehr Geld möchte.
  • Facebook: Wer mehr Likes hat, ranked auch automatisch abesser.
  • Meta-Keyword-Tags sind keine Google Rankinfaktoren! Behauptet jemand das Gegenteil, ist das schlichtweg falsch.

Es gibt keinen heiligen Gral im SEO, genauso wenig wie es bei den Google Ranking Faktoren den einen gibt, der alles alleine reißt. Es ist einfach ein Zusammenspiel aus allen oben genannten Punkten. Außerdem ist es ratsam immer darauf zu achten, wer hat es geschrieben, in welchem Zusammenhang und wie alt sind die Informationen. Gerade im SEO-Bereich kann etwas, dass vor einem Jahr gut funktioniert hat, bereits längst wieder überholt sein.

Fazit zu den Google Rankingfaktoren 2017

Von Link-Aufbau über Onpage-Optimierung, ob strukturierte Daten oder Meta-Description, wenn Sie die obigen Google Ranking Faktoren fest im Hinterkopf behalten und sie mit einer zu Ihrer Seite passenden Strategie abarbeiten, stellt sich über Kurz oder Lang der Erfolg bei Ihnen ein.

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu den Google Ranking-Faktoren, dann kontaktieren Sie uns über unser Kontaktformular oder hinterlassen einen Kommentar!

Sie haben ein Unternehmen und wollen es im Bereich SEO in den besten Händen wissen? Dann melden Sie sich bei uns und wir verschaffen uns gemeinsam einen ersten Überblick.

Sie möchten Ihr SEO selbst in die Hand nehmen? Auch kein Problem, wir bilden Mitarbeiter in, auf Ihre Ziele, optimierten Seminaren weiter und vermitteln ihnen das nötige Wissen, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.

Veröffentlicht in Branchennews, Damcon-News, SEO
2 commenti su “Google Rankingfaktoren 2017
  1. arnego2 sagt:

    Die Aussage „Meta-Keyword-Tags sind keine RANKINGFAKTOREN! Behauptet jemand das Gegenteil, ist das schlichtweg falsch.“ Stimmt nur im Falle von Google. Es ist mir klar das der Artikel nur über Google’s Ranking Faktoren ist aber es hätte mich gefreut wenn Ihr es geschafft hättet auch die anderen Suchmaschinen zu erwähnen.

    Gerade für Firmen die in den USA agieren wollen ist Bing wichtig.

  2. Fabian Hase sagt:

    Hallo arnego,

    danke für deine ehrliche Kritik.
    Um das Thema Meta-Keyword-Tags genau auszuleuchten, bedarf es mehr oder weniger eines eigenen Beitrags. Kurz: Suchmaschinen wie Bing und Yahoo berücksichtigen sie nur in sehr geringfügigem Maße für die Abstufung der Suchergebnisse, Google berücksichtigt sie gar nicht.

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